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Morgens

Morgens, halb 10 im Nirgendwo:
Untotes Vergnügen afterhourt sich chemisch durch feiernde Fratzen.
Auf der vergeblichen Suche nach grauer Masse und einer kleinen Spur Glück.
Ein Mädchen lächelt mit pupillschwarzen Augen, während der Dealer sie doppelt fickt.

Morgens, halb 10 im Nirgendwo:
Schleichend träumt sich der alte Mann ins Alzheim – völlig allein.
Auf der vergeblichen Suche nach etwas Erkennen und einem Hauch Zukunft.
Rattengift statt Zucker frühstückt sich zum letztendlichen Fehler.

Morgens, halb 10 im Nirgendwo:
Ganggebangt wird ihr Wanken zum Schlurfen ins trostlose Heim.
Auf der vergeblichen Suche nach finanzstarkem Ruhm und einem Rest Würde.
Doch sofort fressen Briefkastenrechnungen erneut den Lohn der Qual.

Morgens, halb 10 im Nirgendwo:
Konsumbetäubt dampft er seinen Siebträgerkaffee magengeschwürwärts.
Auf der vergeblichen Suche nach innerem Frieden und der Schönheit im Spiegel.
Im Stechschritt zur Stechuhr mit einer Maske des Erfolgs vor den Tränen.

Morgens, halb 10 im Nirgendwo:
Das Chaos malt trügerische Schatten von Normalität in die Massen. 
In einer Welt voller Wahnsinn ist verrückt sein die logischste aller Entscheidungen.

Morgens, halb 10 im Hier und Jetzt:
Du lächelst mich an.
Und ich lächle zurück.
Die Chancen der Welt liegen in ihren singulärsten Momenten.
Ich nenne dich Hoffnung.

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