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Seifenblasen-Dasein

Ich lief mir heute über den Weg. 
Ganz zufällig nur.
Sah mich sitzen. 
Mitten in der Stadt. 
Alleine und verloren. 
Keine Heimat, kein Zuhause.
Leben für die Sucht.
Lieber im Knast als Etwas ändern.
Und alle Anderen waren schuld.

Ich lief mir heute über den Weg.
So völlig unbedarft.
Rempelte mich an.
Armanianzug und goldene Ketten.
Sehr viel Geld, sehr wenig Freunde.
Schuften für das Konto.
Glückseligkeit in Vorkommastellen.
Und mit Nichts und Niemand teilen. 

Ich lief mir heute über den Weg. 
Ohne Vorwarnung.
Erspähte ich mich.
5 Kinder und 1 Frau.
Wenig Zeit für mich, keine Reue im Gesicht.
Verzichten für Familienglück. 
Und ständig lachen, schimpfen, spielen.

Ich lief mir heute ständig in die Arme.
Ein jedes Gesicht war Spiegelbild.
Jedes Leben ich. 
Welten voller Egos.
Getrennt nur durch winzige, zartschimmerndeEntscheidungen.
Hauchdünn wie die Existenz selbst.

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