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Zuckerträume webend – aus sinngeschwängert Garn,
den Untertanen sponnen mit Liebe, Lust und Scham,
steht thronend SIE in Schwebe gleich Göttin Praliné
und taucht in deine Seele noch vor dem Morgentee.

Wie viele sind verzweifelt? Wie hoch schien der Gewinn?
Doch wer SIE sucht zu greifen, zerbricht des Lebens Sinn.

So wartet SIE im Stillen – in unermesslich Glanz,
dass etwas SIE erfülle, vollendet und SIE ganz
mit eigner Lieb umfasse ohn Taten ohne Wort.
Erst dann kommt wahre Freiheit, erst dann kann SIE hinfort.

Die nie geweinten Tränen der Augen blau und schön,
verfliegen in den Schatten. Versiegen und verwehn.

Mit porzellanen Schimmer webt SIE so jeden Tag,
des Schicksals Zuckerträume – der Menschen süßen Sarg.

So merke armer Beter, der Zeilen einzig Sinn
und nähere dich mit Ehrfurcht, nicht Hoffnung auf Gewinn:
Was Schicksal nicht vermochte, doch Götter Kraft erschuf,
sucht SIE in deinem Innern – der starken Liebe Ruf.


Anmerkung: dieses Gedicht habe ich für das fotografische Kunstwerk von Anna Correus geschrieben – danke für die Inspiration Anna und danke, dass ich das Foto mitposten darf

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